Markieren von Unfallspuren

Markierungen auf der Fahrbahn werden angebracht,

  • um leicht vergängliche Spuren (z.B. Reifenspuren) oder veränderbare Spuren (z.B. Endstände) für eine gewisse Zeit nach der sofortigen Unfallaufnahme festzuhalten, damit z. B. eine spätere Vermassung der Unfallstelle in verkehrsärmeren Zeiten erfolgen kann,

  • um die Spuren bei der Unfallfotografie sichtbar zu machen bzw. hervorzuheben,

  • damit eine eventuell später erforderliche Nachsuche an der Unfallstelle erfolgen kann, z.B. wenn die Fahrbahn zum Unfallzeitpunkt nass war und zu vermuten ist, dass bei abgetrockneter Fahrbahn Spuren feststellbar sind, oder eine Besichtigung der Unfallstelle durch einen Gutachter erfolgen soll.

Spuren auf der Fahrbahn werden durch spezielle Unfallmarkierungskreide angezeichnet. Die Kreide sollte zweckmäßigerweise ölgetränkt sein, damit die Markierung nicht nach kurzer Zeit durch Nässe abgewaschen wird, und sollte weiß sein, damit sie sich von der dunklen Fahrbahn gut sichtbar abhebt. Gelbe Kreide sollte nach Möglichkeit nicht benutzt werden oder nur zu solchen Markierungen verwendet werden, die nicht auf einer Fotografie erkennbar sein brauchen (z.B. Hilfsmarkierungen oder Kennzeichnungen am Fahrbahnrand). Die breite, nicht geölte Kreide (Blockkreide) kann zur Deutlichmachung von langen Spuren verwendet werden, sollte aber durch Ölkreide nachgezeichnet werden.

Zurzeit werden auf einigen Dienststellen Sprühkreide aus Spraydosen getestet, die laut Herstellerangaben auch nassen Fahrbahnen angewendet werden können.

Grundsätzlich sollten die Spuren nur von einem Beamten angekreidet werden. Dieses sollte der Beamte sein, der die Spurensicherung an sich übernimmt und anschließend die Spuren mit dem aufnehmenden Kollegen erläutert. Es sollten nur Spuren markiert werden, die auch tatsächlich dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können bzw. bei dessen Zuordnung noch Zweifel bestehen. Sichere Trugspuren brauchen nicht markiert werden. Markierungen innerhalb von Spuren grundsätzlich vermeiden; es werden lediglich die Umrisse angezeichnet.

Beim Abkreiden von Spuren haben sich folgend aufgezeigte Markierungen als sinnvoll erwiesen und sollten auch verwendet werden:

Sind alle Spuren auf der Fahrbahn abgekreidet, ergibt sich an der Unfallstelle ein gut sichtbares Spurenbild:

Wichtige Längenangaben (z.B. die Länge von Brems-/Blockierspuren, die Ausmaße des Verlaufes von Schleuderspuren, ) können als Meterangaben direkt neben den Spuren aufgezeichnet werden. Zu vergessen ist hierbei nicht, auch den Anfang der Messstrecke (fester Fixpunkt) als Nullpunkt zu markieren und auf den Bildern zu dokumentieren.

Des Weiteren sind alle Spuren zu nummerieren. Hierbei bieten sich Spurentafeln an; es können aber auch die Nummern mit Kreide gleich neben die Spur geschrieben werden.

Wenn es sich um längere Distanzen handelt, kann man einen Entfernungsmesser zur Längenbestimmung einsetzen, wie er zum Beispiel bei PCE Instruments erhältlich ist. Ein solches Gerät speichert die Messwerte, sodass sie später bequem am PC ausgelesen werden können. Je nach Modell kann man auch auf unebene Flächen oder über Hindernisse hinweg genaue Messungen anstellen. Allerdings verlaufen die zu vermessenden Spuren oftmals nicht in einer Geraden, sondern in Schlingern oder Kurven, sodass man in den meisten Fällen doch auf das Bandmaß oder Messrad zurückgreifen muss.

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