Entstehung :

Beschädigungsspuren entstehen im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall durch den Zusammenstoß eines Fahrzeuges mit mindestens einem Kollisionsgegner (Fahrzeug, Mensch, Hindernis, Gebäude, usw.).

Hierbei treten an den beteiligten Fahrzeugen oder an im Verkehrsraum befindlichen Gegenständen / Bauten zum Teil erhebliche Form- und Oberflächenveränderungen (Deformationen) auf. Diese sind als Schleif- bzw. Kratzspuren, Einrisse, Ein- und Ausbeulungen, Stauchungen, Dehnungen, Verbiegungen, Verdrehungen, Stanz- oder Druckmarken, Faltungen und Knicke festzustellen. Außerdem gehören hierzu der Abriss von Fahrzeugteilen und der Bruch von Kunststoff- und Glasteilen.

Aussagekraft :

Die vorhandenen Beschädigungsspuren lassen Rückschlüsse auf Fahrtrichtungen und Kollisionsstellungen der Kollisionsgegner zueinander zu. Es lassen sich durch das Ausmaß der Deformierung (Einpresstiefe) Geschwindigkeitsrückrechnungen durchführen. Des Weiteren dienen sie zur Identifizierung von beteiligten Fahrzeugen und Personen sowie des Fahrers (durch Vergleich von Beschädigungen im Fahrgastraum mit den Verletzungen des Fahrers).

So können beispielsweise anhand des Zustandes von Anhängerkupplungen, die aus dem Auto hinten ein Stück hinausragen, mögliche Beschädigungen am Heck des Fahrzeugs festgestellt werden. Sitzt die Anhängerkupplung nicht gerade, sondern ist schief gestellt oder auch verbogen, deutet dies auf einen Unfall hin, der die Karosserie in diesem Bereich verzogen haben kann. Noch deutlicher sollte man die Aufnahmepunkte von Anhängerkupplungen anschauen, da die Befestigungsschrauben fest sitzen sollten. Ist dies nicht der Fall, kann von starken Beschädigungen der Schraubendurchführungen ausgegangen werden.

Bei Auffahrunfällen kann die Schuldfrage in der Regel einfach geklärt werden. Bei Fahrzeugen mit einer Anhängerkupplung gestaltet es sich jedoch oft schwierig, den entstandenen Schaden zu bemessen. Sobald auch nur der Verdacht einer Überlast entsteht, muss die Anhängerkupplung meist ausgetauscht werden. Sogar wenn keinerlei Schäden daran zu erkennen sind, da Haarrisse nicht ausgeschlossen werden können. Diese könnten unter Umständen einen weiteren Unfall verursachen. Bei einer Anhängerkupplung ist neben dem Stützwert der sogenannte D-Wert angegeben. Dieser sagt aus, wie hoch die maximale Belastung der Kupplung sein darf. Der Zustand der Schrauben nach einer Kollision ist grundlegend für die Beurteilung, ob die zulässigen Haltekräfte überschritten wurden. Bei PKW werden meist Kugelkopfkupplungen eingesetzt, die bis zu einem Gesamtgewicht des Anhängers von 3500 Kilogramm erlaubt sind. Für schwerere Lasten muss eine Maulkupplung genutzt werden, weshalb dies die Standardanhängerkupplung für LKW ist. Die Maulkupplung an dem LKW ist zudem, anders als die Kugelkopfkupplung beim PKW, selbstschließend. Der Anschluss erfolgt also automatisch. Auch dies sollte bei der Unfallaufnahme bedacht werden.

Sicherung :

Fotografieren (waagerecht und senkrecht zur Fahrzeuglängsachse, eventuell Draufsicht, mit Geozollstock als Maßstab), vermessen, gegebenenfalls Sicherstellung des ganzen Fahrzeuges.

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